Nach einem Schlaganfall ist das Wissen nicht weg — nur der Zugang dazu. Wer eine Aphasie hat, weiß, was er sagen will, und findet die Worte trotzdem nicht. Das ist für Betroffene wie für Angehörige eine der schwersten Erfahrungen.
Wir trainieren Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben — und suchen gemeinsam nach Wegen, wie Verständigung im Alltag trotzdem gelingt. Angehörige sind dabei von Anfang an eingebunden.

„Bei Parkinson wird nichts wieder wie vorher. Das wurde hier auch nie behauptet. Es ging darum, dass ich am Telefon verstanden werde — und das klappt wieder besser."
– Ulla, 69 Jahre alt
Am Anfang steht eine ausführliche Befundung: Was gelingt noch, was nicht, und woran liegt es? Aphasie, Dysarthrie und Sprechapraxie sehen von außen ähnlich aus, brauchen aber unterschiedliche Behandlung.
Daraus entstehen konkrete Ziele — nicht das Üben von Wortlisten, sondern das, was Du wieder tun möchtest: telefonieren, im Restaurant bestellen, mit den Enkeln reden.
Bei fortschreitenden Erkrankungen wie Parkinson oder MS geht es nicht um Wiederherstellung, sondern darum, Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten und den Alltag anzupassen. Das sagen wir offen — realistische Ziele bringen mehr als Versprechen.
Angehörige binden wir bewusst ein. Wie ein Gespräch geführt wird, entscheidet oft mehr über gelungene Verständigung als die Therapiestunde selbst.
„Mein Mann wusste immer, was er sagen wollte. Das zu verstehen, hat für uns beide viel verändert. Wir haben gelernt, wie ich fragen kann, ohne ihn unter Druck zu setzen."
– Ehefrau von Björn, 39 Jahre alt
Sie behandelt Störungen von Sprache, Sprechen, Stimme und Schlucken, die durch eine Erkrankung oder Verletzung des Gehirns entstehen – etwa nach einem Schlaganfall, bei Parkinson, Multipler Sklerose oder nach einem Schädel-Hirn-Trauma.
Eine Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, meist nach einem Schlaganfall. Betroffen sein können Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben – in ganz unterschiedlicher Ausprägung. Wichtig zu wissen: Eine Aphasie sagt nichts über die Intelligenz eines Menschen aus. Die Gedanken sind da, nur der Weg zu den Worten ist gestört.
So nennt man eine Schluckstörung. Anzeichen sind häufiges Verschlucken, Husten beim Essen oder Trinken, das Gefühl, dass Nahrung im Hals stecken bleibt, oder eine feuchte, gurgelnde Stimme nach dem Schlucken. Eine Dysphagie sollte immer abgeklärt werden, weil sie zu Mangelernährung und zu Entzündungen der Atemwege führen kann.
Bei einer Dysarthrie ist nicht die Sprache selbst gestört, sondern das Sprechen: Die Steuerung von Atmung, Stimme und Artikulation funktioniert nicht mehr richtig. Das Sprechen klingt dann verwaschen, leise, monoton oder angestrengt. In der Therapie arbeiten wir gezielt an diesen Bausteinen.
Ja. Bei Parkinson werden Stimme und Sprechen häufig leiser und undeutlicher, oft ohne dass die Betroffenen es selbst bemerken. Auch Schluckbeschwerden treten häufig auf. Logopädische Therapie arbeitet gezielt an Lautstärke, Deutlichkeit und Schlucksicherheit und wird am besten früh und regelmäßig begleitend eingesetzt.
Wir nehmen uns Zeit für Deine Worte. Melde Dich einfach.
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